Erneut Warnung vor Bisphenol A
Zusammenhang zwischen Plastikchemikalie und Unfruchtbarkeit
Die Umweltschutzorganisation Global 2000 warnt erneut vor der Plastikchemikalie Bisphenol A (BPA), die wegen hormonähnlicher Wirkung schon seit längerem in der Kritik ist. Während bislang das Augenmerk auf der Wirkung auf Kleinkinder etwa beim Gebrauch in Babyschnullern lag, legt eine aktuelle Studie den Zusammenhang zwischen BPA und weiblicher Unfruchtbarkeit nahe.
Reifung der Eizelle beeinträchtig
„Die Plastikchemikalie kann den Hormonhaushalt gravierend stören und zu Erkrankungen der Eierstöcke führen“, sagt Daniela Hoffmann von Global 2000. Auf dem jährlichen Treffen der US-amerikanischen „Endocrine Society“ wurde eine Studie präsentiert, die einen Zusammenhang von BPA und polyzystischen Ovarien (PCO) nahe legt. Polyzystische Ovarien sind eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit von Frauen, da Betroffene, deren Eierstöcke von Zysten durchzogen sind, keine Eizellen mehr produzieren. Frauen, die an PCO leiden, weisen demnach einen wesentlich höheren Gehalt an Bisphenol A in ihrem Blutserum auf. Die Forscher vermuten, dass die Chemikalie die Reifung der weiblichen Eizellen beeinträchtigt.
Auch Fehlgeburten drohen
Bereits Anfang des Jahres kam eine Studie, an der unter anderem die Universität Harvard beteiligt war, zu einem ähnlichen Ergebnis. Frauen, die sich Hormonbehandlungen im Zuge künstlicher Befruchtung unterzogen, wurden auf den BPA Gehalt in ihrem Urin untersucht. Jene Frauen mit höheren BPA Gehalten produzierten weniger Eizellen. BPA kann aber nicht nur die Reifung der Eizellen, sondern auch den Verlauf einer Schwangerschaft beeinträchtigen. Bereits 2005 erschien dazu die Studie einer japanischen Forschergruppe, die wiederholte Fehlgeburten mit erhöhten BPA Werten im Blutserum in Verbindung brachte.
Trotzdem viele Produkte mit BPA
Dennoch ist die hormonähnliche Chemikalie immer noch in vielen Plastikprodukten enthalten. Sie dient unter anderem als Ausgangsprodukt für die Herstellung von Epoxidharzen, die für die Innenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen verwendet werden, und Polykarbonatkunststoffen. Forscher weisen seit Jahren darauf hin, dass der direkte Kontakt von BPA mit Nahrung oder wie im Fall der Babyschnuller mit dem Menschen bedenklich ist. (apotheken.de berichtete)
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